Schatten

Zum Profil eines Paten

Frauen und Männer in der Gemeinde bringen eine Vielzahl an Kompetenzen und Talenten aus ihrer eigenen beruflichen und persönlichen Entwicklung mit. Sie können jungen Leuten helfen, die für ihr Berufsleben keine guten Startbedingungen haben. Mit Hilfe ihrer persönlichen Lebenserfahrung, ihrem Wissen und den beruflichen Verbindungen sollen sie Jugendliche als persönliche Mentoren und AnsprechpartnerInnen begleiten und sie unterstützen. Wir wollen also gerade diese Kompetenzen und Talente, die Menschen vor Ort mitbringen, für Jugendliche nutzbar machen. Paten sind Menschen, die mit einem wohlwollenden und kritischen Blick von außen Hilfen, Anregungen und Rückmeldungen geben können. Als verlässliche Bezugspersonen stärken sie die Eigenverantwortung der Jugendlichen, indem sie mit ihnen und nicht für sie zu einem gelingenden Übergang von Schule zu Beruf beitragen. Von den Paten erwarten wir die Bereitschaft, Jugendlichen eine verlässliche Begleitung zu sein. Sie sollten gesprächsbereit sein und im Umgang mit Jugendlichen einfühlsam und geduldig, um den jungen Menschen bei der Suche nach Lösungen zu helfen. Sie brauchen eigene berufliche Erfahrungen und sollten die Fähigkeit haben, die Lebenswelt und Situation betroffener junger Menschen bewusst wahr und ernst zu nehmen.

Die ehrenamtlichen Paten unterstützen Jugendliche bei ihren ersten Schritten in die Berufswelt, geben ihnen Rückhalt und leisten so Hilfe zur Selbsthilfe bei ihrer Berufsorientierung und -wahl.

 

Zwei Möglichkeiten als Pate aktiv zu werden

Im Patenprojekt Remscheid gibt es zwei Modelle, um als Pate aktiv zu werden:

1. Regelmäßige Bildungstandems

Eine Möglichkeit besteht in der Form eines regelmäßigen Bildungstandems. Die Patenschaft geht über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren. Das Bildungstandem vereinbart individuell ein oder zwei Treffen in der Woche. Bei diesen Treffen bringt der Jugendliche seine derzeitigen Wünsche und Probleme ein und mit Unterstützung des Paten wird versucht eine gemeinsame Lösung zu finden. Ein Patentreffen kann zum Beispiel folgende Themen beinhalten:

Gemeinsam Bewerbungen schreiben

Für Bewerbungstests trainieren

Suche nach geeigneten Ausbildungs- und Praktikumsplätzen

Hilfen zur Strukturierung des Alltags

Jugendliche motivieren, bestärken, Lob aussprechen und ggf. trösten

Hier finden Sie das Anforderungsprofil für eine Patin bzw. einen Paten für das Bildungstandem.

2. Pate in der Bewerbungswerkstatt vor Ort an einer Schule

Die zweite Beteiligungsform ist eine Art „Patenschaft light“. Derzeit ist das Patenprojekt jeden zweiten Donnerstag im Monat von 12:30-14 Uhr an der Hauptschule Rosenhügel. Dort erhalten Jugendliche vor Ort konkrete Hilfestellungen rund um die Themen Berufsorientierung, Berufswahl und Bewerbung. Die Paten sind in dieser Zeit vor Ort und unterstützen die Jugendlichen. Der Unterscheid zum ersten Patenmodell liegt darin, dass weder Jugendliche noch Mentoren eine verbindliche Patenschaft über einen längeren Zeitraum eingehen. Der Jugendliche muss sich auch nicht verpflichten die Bewerbungswerkstatt regelmäßig zu besuchen. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass über den Erstkontakte in der Schule Patenschaften über längere Zeiträume entstehen.

Des Weiteren sollen alle drei Monate gemeinsame Qualifizierungsworkshops stattfinden. Themen können sein: Stilberatung, ACC, Gesprächsführungen, Lebenswelten der anderen kennenlernen…. Organisiert werden diese Qualifizierungsworkshops von der Katholischen Jugendfachstelle Wuppertal.

Hier finden Sie das Anforderungsprofil für eine Patin bzw. einen Paten in der Bewerbungswerkstatt „Nelu“.

 

Grenzen und Beendigung der Patenschaft

 Manche Hilfen können im Rahmen einer Patenschaft nicht gegeben werden. Bei größeren Störungen im Miteinander von Pate und Jugendlichem muss geklärt werden, wie die Patenschaft fortgesetzt werden kann, oder ob sie zu beenden ist. Zusammen mit dem Projektverantwortlichen sollte ein Konfliktgespräch geführt werden. Gegebenenfalls werden dem Jugendlichen andere geeignete Hilfen und weiterführende Beratungsstellen vorgestellt werden.

Wenn die Jugendlichen selbständig eine begonnene Ausbildung weiterführen oder wenn sie andere schulische oder berufliche Wege eingeschlagen haben bei denen sie die Unterstützung eines Paten nicht mehr brauchen, kann die Patenschaft enden. Der Wille der Jugendlichen, die Unterstützung und Begleitung eines Paten in Anspruch zu nehmen, ist die Basis der Patenschaft. Wenn der Jugendliche die Patenschaft beenden möchte, sollen sie die Absicht mit ihrem Paten besprechen können. Vielleicht möchten Jugendliche die Patenschaft auch beenden, weil sie zu der Einschätzung gekommen sind, dass dies nicht die richtige Form der Unterstützung für sie ist. Achtsamkeit, Authentizität und Akzeptanz sind Grundpfeiler des Kontaktes.

Die Paten können die Patenschaft auflösen, wenn sie glauben, dass sie keinen Erfolg mehr haben werden, oder wenn sie sich überfordert fühlen. Auch sie sollen diese Absicht mit dem Jugendlichen besprechen können. Bevor Jugendliche/r und Pate auseinandergehen, soll ein abschließendes Gespräch mit dem Projektkoordinator geführt werden.